Die Paleo Bewegung – ein Phänomen unserer Zeit

Unsere Zeit, das ist die Zeit in der man ordentliche Recherche für einen Artikel über Paleo betreiben möchte und in der Ärztezeitung online nach der Meldung der FDA über die “Warnung vor Diabetes und Gedächtnisstörungen verursacht durch Statine” vom Anfang dieses Jahres sucht. Leider wird man in unseren seriösen Fachmedien hier nicht fündig. Warum nicht? Weil es nicht wichtig war für jemanden, der regelmäßig und ausreichend von Pharmareferenten und durch gesponserten Fortbildungsveranstaltungen beraten wird?

Warum steigen die Kosten im Gesundheitswesen, wenn überall sonst Fortschritt Einzug hält?

Das Moorsche Gesetz der Entwicklung von Computertechnologien z. B. gilt wohl noch, bis unsere Schalter in Schaltkreisen Molekülgröße erlangt haben. In den 80er Jahren hat 1GB Festplattenspeicher noch fast $1 000 000 gekostet. Im Jahr 2000 kostete die Sequenzierung von 1 Megabase Basenpaare fast $10 000; heute zahlt man weniger als 10 Cent. Tatsächlich aber steigen im Gesundheitswesen die Kosten weiter exponentiell an und eine ganze Menge von Parteien verdienen daran. Inzwischen ist auch hinreichend bekannt, das nicht hauptsächlich die Überalterung unserer Gesellschaft dafür verantwortlich ist. Krankenkassen wimmeln neue Kunden mit fadenscheinigen Gründen ab. Sie sind an Versicherten nur interessiert, wenn sie viel Geld bringen. Lukrativ für die Kassen sind vor allem gut eingestellte, chronisch Kranke. Teuer dagegen sind Städter. Wann werden wir endlich wissen, was eine empfehlenswerte Obergrenze für das böse Cholesterin ist? Wird der Richtwert mit der nächsten Generation der Statine noch einmal gesenkt? Wann dürfen wir wieder frohen Mutes Eier essen?

Hinter den Kulissen aber rumort es gewaltig.

Leider gibt es nicht mehr Menschen, wie den südafrikanischen Sportwissenschaftler Professor Tim Noakes. Noakes hatte im vergangen Jahr für Furore gesorgt, als er öffentlich dazu aufrief, dass Käufer seines Buches “The Lore of Running” das Kapitel über Ernährung heraus reissen sollten. Tim entschuldigte sich mit der Begründung, er hätte es zu der Zeit, als er das Buch schrieb, selber nicht besser gewusst. Heute sei er schlauer und im Gegensatz zur herzfreundlichen, fettarmen Ernährung mit Vollkornprodukten, renne er schneller denn je. Tim Noakes geht auf die 60 zu, mit einer Ernährung die ohne Getreide, Milch und Hülsenfrüchte auskommt.

Konservative Quellen empfehlen heute eine Ernährung mit niedriger Glykämischer Last (das heisst Gemüse!). In einer Cochrane Metaanalyse erwiesen sich die Low Carb Diäten wirksamer im Vergleich zu den fettarmen Diäten (Cochrane Database Syst Rev. 2009 Jan 21;(1):CD006296.). Man bekommt den Eindruck, als ruderten die Ernährungsweisen unserer staatlichen, heiligen Gesellschaften für Ernährung gerade nervös zurück. Von zwischenzeitlich 7 Mahlzeiten und Snacks werden aktuell nur noch 3 Mahlzeiten und 2 Snacks empfohlen. Dabei sind wohl beim gestalterischen Wechsel der Pyramide zwei Mahlzeiten vom Teller gefallen. Vielleicht dürfen wir bald mit 3 Mahlzeiten auskommen und auch mal eine auslassen (intermittent fasting). Man vermutet, dies führt zu verlängerten Lebenszeiten und höheren Gedächtnisleistungen im Alter.

Deutlich wird der Paradigmenwechsel, wenn man mit offenen Augen durch die Supermärkte geht.

Über die Qualität von BioBio Zertifikaten mag man streiten. Fest steht, dass keiner mehr daran vorbei kommt. “Glutenfrei” bedeutet nicht mehr aussätzig, sondern füllt ganze Regale in Supermärkten und Discountern. Eines der heißesten Forschungsthemen derzeit ist wohl der “Leaky Gut“. Es verwundert nicht, dass in den meisten wissenschaftlichen Veröffentlichungen italienische Namen auftauchen. Viele Menschen lassen sich nicht mehr einfach mit einer schnellen Diagnose und einer neuen Pille abspeisen, sondern informieren sich selber bei “Doktor Google” und stellen unangenehme Fragen bei der 5 Minuten Audienz in der Praxis. Was soll man den nervigen Patienten erzählen, die gesunde Laborwerte und ein anstandsloses Ultraschall haben und dennoch von Arzt zu Arzt pilgern, weil sie die ständige Müdigkeit und Antriebslosigkeit nicht für normal halten. Diese Patienten wollen auch nicht glauben, dass der Spezialist “Psychosomatiker” sie offiziell für verrückt erklärt, indem er ihnen SSRIs verschreibt.

Steinzeitliche Ernährung wird diesen Sommer auch in Europas Metropolen von Wien über Berlin bis nach Mailand und Paris en vouge. Besonders schnell scheinen es die Skandinavier zu verstehen. Vielleicht liegt es an der guten Schulbildung oder den geselligen Winternächten am warmen Feuer in Höhlen und Blockhäusern. Wissenschaftler, wie Staffan Lindeberg tun ihr Übriges dazu. Ist dieses Paleo Movement eine bloße Modeerscheinung oder steckt tatsächlich mehr dahinter? Eine kurze Google Trends Analyse zeigt eine exponentielle Zunahme der Suchanfragen an die Suchmaschine seit Ende 2007. Seitdem legt das Phänomen ständig weiter an Popularität zu und inzwischen haben auch die Medien den Braten gerochen. Kein TÜV-geprüfter Diättest kommt mehr um eine abfällige Bemerkung über rohes-Fleisch-fressende Neandertaler herum (Das sind die zehn verrücktesten Diäten der Welt).

Der wahre Pioniergeist ist in der Blogosphäre zu finden.

Dort sind einige Personen hervorzuheben, die seit dieser Zeit stetig eine größer werdende und wiederkehrende Leserschaft sammelt. An dieser Stelle seien nur wenige exemplarisch genannt, wobei ein Eintauchen unbedingt empfehlenswert ist, sollte man sich doch lieber selbst ein Urteil aus erster Hand bilden. Besondern Wert haben bei all diesen Blogs und deren Postings die zahlreichen Kommentare. Natürlich muss man dazwischen viel digitalen Müll ausblenden, um zahlreiche kritische und fast immer gut begründete Beiträge zu finden. Das Resultat ist keine von oben herab geschriebene und festgefasste Meinung, sondern ein Dialog, wie er auch an unseren Hochschulen wünschenswert wäre. Dabei verstecken sich die meisten Blogger und auch deren Leser nicht hinter anonymen Nicknames und lustigen Profilbildchen, sondern sind das digitale Gesicht von echten Menschen: Oft mit akademischem Hintergrund, belesene Laien oder Opfer unserer Überflussgesellschaft auf dem Wege der Genesung.

Wer das einmal für einen Monat lang, ernsthaft und ohne Selbstbetrug gemacht hat, versteht, warum das zuvor geformte Bild gar nicht mehr so wunderlich erscheint, sondern zum eigenen Spiegelbild geworden ist.

Alle haben das Medium Internet gemein. Informationen zwecks Antwortsuche, Verbreitung von Informationen zur Hilfestellung und Prävention. Natürlich nicht in Form ärztlicher Diagnosen und Therapieempfehlungen, (Die sind laut “Disclaimer” natürlich nicht empfohlen) sondern mehr mit dem Verweis auf neueste wissenschaftliche Studien oder empirischer Berichte. Dieser Nebel aus Informationen, unglaublichen Erfolgsgeschichten und Berichten wundersamer Körpertransformationen verdichtet sich schliesslich immer mehr zu einem Bild. Niemand hier erhebt den Anspruch auf alleiniges Recht; hier wird ermuntert, angespornt einmal selber auszuprobieren, sich artgerecht zu ernähren.

Marks Daily Apple. Mark Sisson hat in seinem Blog eine Unmenge relevanter Informationen zum Thema Ernährung und Gesundheit zusammen getragen in einer Serie von täglich sehr gut recherchierten Posts.
The Paleo Solution. Robb Wolf als Biochemiker, hat einen sehr wissenschaftlichen Ansatz. Empfehlenswert ist sein Podcast (Top10 zum Thema ´Health´ bei iTunes), der nicht nur Kurzweil für lange Bahn und Autofahrten bietet, sondern ein wahrer Schatz von sorgsam beantworteten Hörerfragen und Emails ist.
Chris Kresser. Der Arzt, dem die Frauen vertrauen. Chris ist Allgemeinmediziner und Naturopath. Sein Blog ist gerade bei Frauen sehr populär, weil er besonders hormonelle Phänomene thematisiert und auch eine der meist gelesensten Quellen zum Thema Schilddrüse im Internet ist.
Whole9.com. Dieser Blog eines Pärchens ist ´Hand´s on`. Das Programm für den einmonatigen Paleo Challenge heisst Whole30 und ist genau richtig, wenn man gar nicht viel vorher lesen möchte, sondern einfach nur machen! Diese beiden hatten auch mal aufgerufen zum sogenannten Paleo Elevator Pitch, der Paleo in 60sec erklärt:

Übersetzung auf Paleowiki.de:
Paleo Kurz und Bündig

Ich esse “real food” – frische, natürliche Lebensmittel wie Fleisch, Obst und Gemüse.

Ich bevorzuge Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte und vielen natürlich enthaltenen Vitaminen und Mineralien, über Lebensmittel, mit vielen Kalorien, aber wenig Nährwert.
Die Qualität von Lebensmitteln ist außerdem sehr wichtig – ich achte darauf von wo mein Fleisch, Fisch und Eier herkommen.
Ich kaufe Bio und Produkte aus der Umgebung so oft wie möglich.

Dies ist keine “Diät” – ich esse genügend um Kraft, Energie, Aktivität und ein gesundes Körpergewicht zu halten.
Mein Ziel ist eine ausgewogene Ernährung, also esse ich sowohl tierische als auch große Mengen an pflanzlichen Produkten.
Ich habe keinen Mangel an Kohlenhydraten – allerdings esse ich sie in Form von Gemüse und Obst anstelle von Brot, Zerealien oder Teigwaren.

Meine Mahlzeiten haben wahrscheinlich mehr Fett, als du dir überhaupt vorstellen kannst, aber Fett ist eine gesunde Energiequelle wenn es aus qualitativ hochwertigen Lebensmitteln wie Avocado-, Kokos und Gras-gefüttertem Rindfleisch kommt.

Sich auf diese Art zu ernähren ist ideal für einen gesunden Stoffwechsel und die Reduzierung von Entzündungen im Körper.
Diese Ernährung bringt Kraft, Energie, sorgt für guten Schlaf und eine gesteigerte Lebensqualität.
Man beseitigt das Verlangen nach Zucker und bekommt ein gesundes Verhältnis zum Essen.

Außerdem minimiert man das Risiko für eine ganze Reihe von “Wohlstands-Krankheiten” und Leiden wie Diabetes, Erkrankungen des Herz- und Gefäßsystems, Schlaganfall und Autoimmunerkrankungen.

Also warum nicht mal den Selbstversuch wagen? Ein paar Laborwerte und Umfangmaße genommen, eine Einkaufsliste mit viel Gemüse, einem bisschen Bio-Fleisch oder leckerem Fisch geschrieben und los geht’s: 30 Tage, nur einen Monat. Wer´s für die Nachwelt festhalten möchte, macht jeden Tag einen “Mugshot” vor der weissen Wand. Ein Alkohol und Kaffee freier Monat würde wohl den meisten Studenten einmal im Jahr gut tun 😉

Falls Ihr Fragen habt oder mehr wissen wollt… bitte kommentieren!

chris(at)thinkfood co za oder lenzchristoph (skype)

Dieser Artikel erschien in Medizynisch im Juni 2012.
Das “Medizynisch” ist die StudentInnenzeitschrift der ÖH Meduni Graz
Vielen Dank nach Austria, besonders an Georg Obermayer und Bernhard Grundner!

Empfehlungen für Angehörige von Menschen mit der Diagnose Multiple Sklerose (MS)

MS was ist das?

MS oder Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung des Nervensystems. Dadurch kommt es im zunehmenden Maße zu Beeinträchtigungen von Körperfunktionen. Kann man dieses Fortschreiten nicht stoppen enden Erkrankte letztendlich im Rollstuhl.
Bei einer Autoimmunerkrankung werden bestimmte Gewebe des Körpers vom eigenen Immunsystem angegriffen. MS ist nicht zu verwechseln mit “Muskelschwund”, unter diesem Namen fasst man eine Gruppe von Muskeldystrophien zusammen bei denen zu einer Degenaration der Muskulatur aufgrund von mangelnden oder defekten Eiweißen kommt.

MS Entstehung

Die Forschung hat die Krankheitsentstehung weitestgehend aufgedeckt. Um MS in den Griff zu kriegen, sie aufzuhalten oder besser noch der Krankheit vorzubeugen, versteht man am besten was passiert und welche Auslöser dafür verantwortlich sind.
Bei MS wird ein Gewebe im Zentralen Nerven System (ZNS) in einer Autoimmunreaktion angegriffen. Autoimmun bedeutet, das Immunsystem greift den eigenen Körper an. Bei der MS sind die Myelinscheiden unter Beschuss. Diese Hülle aus Fett und Eiweiß ist eine Art Isolierung für schnellleitende Nervenfasern. Wenn schließlich kein Myelin mehr da ist wird die Nervenfaser selbst beschädigt und zerstört. Normalerweise transportieren diese Nervenfasern (Axone) Informationen vom Gehirn in alle möglichen Körperteile. Sind diese Axone nicht mehr intakt, werden die Informationen verlangsamt weiter gegeben oder kommen gar nicht mehr an. Dadurch kommt es zu den typischen Beeinträchtigungen bei MS.
Studien zeigen, dass MS schon in der Jugend beginnt, häufig aber erst 20-30 Jahre später symptomatisch (sichtbar und durch ärztliche Diagnose feststellbar) wird.
Möchte man MS also verhindern, macht man das am besten schon in der Jugend.

Typischen Beeinträchtigungen bei MS

Doppelt sehen weil das Auge nicht mehr ordentlich nach links und rechts gestellt werden kann.
Kribbeln und Stechen an den Extremitäten weil Nerven die Gefühle nicht mehr vollständig übertragen.
Gangunsicherheit (Gehen wie Betrunken) weil die Balance nicht mehr gehalten werden kann.
Sachen fallen lassen weil man nicht mehr ordentlich zupacken kann.
Verwaschene Sprache weil einem die Zunge nicht mehr gehorcht.
Häufiges Pinkeln müssen weil die Blasenfunktion eingeschränkt ist.
Verstopfung weil die Darmbewegung nicht mehr ordentlich ist.
Chronische Müdigkeit bei der man sich einfach zu nichts mehr aufraffen kann.
Vergesslichkeit von einfachen Sachen: z.B. macht man sich aus der Küche auf den Weg ins Badezimmer und hat vor dem Waschbecken vergessen, dass man sich die Zähne putzen wollte.
Gereiztheit und Ungeduld, viele Betroffene leiden an Depressionen und Angehörige berichten von “Persönlichkeitsveränderungen”.

MS Genetisch vererbt?

Inzwischen steht fest, dass die Gene eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von MS spielen. Bestimmte Gene müssen vorhanden sein damit die Krankheit auftreten kann. Es handelt sich hauptsächlich um Gene die Einfluss auf die Immunfunktion haben. Aber das bloße Vorhandensein dieser Gene reicht noch nicht aus um auch MS krank zu werden. Es spielen auch sogenannte Umweltfaktoren eine Rolle. Das Gute ist, dass man diese zum Großteil kontrollieren kann.
Betrachtet man die gesamte Bevölkerung, so tragen wohl 0,5% der Europäer und Nordamerikaner diese Gene in sich. In Regionen mit hohem MS Risiko erkranken ca. ein Drittel bis zu der Hälfte dieser Genträger auch an der Erkrankung (ca. einer aus 500). Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die beste Erklärung dafür ist derzeit der genetische Unterschied der Hormonproduktion zwischen Männlein und Weiblein.

MS Risiko bei Kindern und Geschwistern

Bei Geschwistern ist das MS Risiko verglichen mit der Allgemeinheit 40x größer. Frauen haben ein höheres Risiko. Dadurch ergibt sich das höchste Risiko für Schwestern von MS kranken Frauen.
Kinder von MS Kranken haben ein Risiko von 1 aus 30. Auch hier ist das Risiko für Frauen größer und man schätzt, dass Töchter von MS kranken Müttern mit einem bestimmten Immun-Gen ein Risiko von 10% haben. Eine erschreckend große Zahl.
In letzter Zeit laufen viele Untersuchungen, die die sogenannte Epigenetik im Zusammenhang mit MS und anderen Autoimmunerkrankungen untersuchen. Dabei werden bestimmte Schalter umgelegt, die Gene sozusagen aktivieren, bzw. abschalten können. Einmal umgelegt dauert es mehrere Generationen dies wieder rückgängig zu machen. So lässt sich erklären, wie in manchen Familien die Wahrscheinlichkeit an MS zu erkranken noch wesentlich höher ist als die oben genannten Zahlen.
Um diese Quote zu senken und die Zahl neuer Erkrankungen von lieben Kindern, Brüdern und Schwestern zu verhindern sollte man ein paar vorbeugende Maßnahmen treffen.

Das Umfeld verändern

An dem Einfluss von Umweltfaktoren bei der Entstehung und dem Fortschreiten von MS besteht überhaupt kein Zweifel mehr. Diese Umweltfaktoren sind die Ursache von MS. Am einfachsten vorbeugen vor MS kann man dadurch, dass man sich einigen dieser Faktoren nicht aussetzt bzw. fehlende ergänzt.
Umweltfaktoren könne entweder eine Autoimmunreaktion hervorrufen oder sie setzen die Unterdrückung dieser krankhaften Reaktionen herab.

4 Ursachen für MS

1. Virale oder bakterielle Infektionen
Ein paar bekannte Viren und Bakterien spielen eine Rolle bei der Entstehung des Immunangriffs auf die Myelinscheiden.
2. Lebensmittel (LM)
Milchprodukte (Milch, Käse, Joghurt), Gluten aus Getreide (Hülsenfrüchte (Bohnen, Soja, Erdnüsse, Cashews) aktivieren das Immunsystem im Darm.
3. Vitamin D Mangel
Ein Vitamin D Mangel verhindert die Unterdrückung des Immunsystems und es kann über reagieren.
4. Fischöl Mangel
Auch ein Mangel an Fischöl (die ideale Mischung von Omega 3 und 6 Fettsäuren) verhindert die Unterdrückung des Immunsystems.

Virale oder bakterielle Infektionen

… führen zur Aktivierung der Autoimmun Antwort und legen den Grundstock für die Erkrankung. Weil das Immunsystem eigene Körperstrukturen für fremdes Eiweiß z.B. von Viren, Bakterien oder Lebensmitteln hält, die mal als gefährlich eingestuft wurden, kommt es zu dem Autoimmun-Angriff bei genetisch vorbelasteten Personen.
Ausgelöst wird diese Immun-Antwort durch Infektionen im Kindesalter. Für Epstein-Barr Virus und einen Herpes Virus hat man diesen Zusammenhang bereits bewiesen. Beide enthalten eine Eiweißstruktur, die dem Myelin recht ähnlich ist. Diese Aktivierung ist wahrscheinlich der Anfang der Erkrankung bereits im Jugendalter.
An der Rolle dieser Infektionen bei der Entstehung besteht wenig Zweifel, allerdings kann man dagegen bisher kaum etwas unternehmen. Vielleicht wird es einmal entsprechende Impfungen zum Schutz geben. Bis dahin kann man andere Strategien zur Prävention einsetzen.

Lebensmittel

Drei Lebensmittelgruppen hat man in Zusammenhang mit der Entstehung von MS und anderen Autoimmunerkrankungen (Rheuma, Diabetes I, etc.) gebracht.
Milcheiweiß aus Milchprodukten, Käse, Joghurt, etc.
Glutenhaltiges (Getreide wie Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer)
Sicher ist Reis
Hülsenfrüchte (Bohnen, Soja, Erdnüsse, Cashews)
Genauso wie die Erreger von Infektionen enthalten diese Lebensmittel Eiweißstrukturen, die potentiell Immunzellen aktivieren, die das Myelin angreifen. Diese Lebensmittel sind auch die wohl am häufigsten verzehrten in unserer westlichen Welt. Für ein Kind oder einen Jugendlichen ist es fast unmöglich oder zumindest äußerst schwierig, diese LM komplett zu vermeiden. Meistens würde man auch keinen direkten negativen Einfluss auf die Gesundheit feststellen können. Wohl aber einen positiven wenn man richtig gesundes Essen isst. Betrachtet man die reine Prävention von MS gibt es aber einfachere Möglichkeiten mit sehr guten Erfolgsaussichten. Ein Ausschluss von zumindest Kuhmilcheiweißen macht das ganze aber ziemlich Niet- und Nagelfest.
Folgende Nahrungsmittel sollte man wegen der Entzündungsförderung meiden bzw. nicht im Übermaß zu sich nehmen:
Süßes und Softdrinks
Transfette (ranziges Frittenfett), Salatöle (Raps, Sonnenblumen, Soja, Margarine)
Alkohol (besonders Bier)

Unterdrückung der Autoimmunreaktion

Damit schädigende Autoimmunreaktionen unterdrückt werden können hat der menschliche Körper ein Sicherungssystem eingebaut, um größere Schäden verhindern zu können. Das Fehlen dieser Umweltfaktoren erschwert diese Unterdrückung und dieser Mangel ist dadurch maßgeblich an der Entstehung von MS beteiligt.

Vtiamin D Mangel

Vitamin D ist wohl der wichtigste Unterdrücker einer überschießenden Immunantwort. Vitamin D kann mit Hilfe eines gesunden Maßes an ultravioletter Strahlung auf die Haut vom menschlichen Körper selbst synthetisiert werden. Das Problem in mitteleuropäischen Breiten ist, dass wir viel zu wenig Sonnenstrahlen abbekommen um einen ausreichenden Vitamin D Spiegel im Blut zu bekommen. Im Sommer würde es gerade ausreichen wenn wir den Großteil unserer Tage an der Sonne verbringen würden. Studien zeigen klar einen Anstieg der MS Erkrankungen, je weiter man sich vom Äquator entfernt.

Vitamin D Produktion

Das Sonnenschein Vitamin wird hauptsächlich durch die Ultraviolette Strahlung (UVB) auf die Haut hergestellt. Die UVB Strahlen reagieren mit dort zirkulierendem Cholesterin zu Cholecalciferol (Vitamin D₃). In der Leber wird das Hormon dann noch weiter verarbeitet und in sämtliche Körperteile verschickt. Dort kann es dann von verschiedenen Zelltypen aktiviert werden und wichtige Vorgänge dort steuern. Der bekannteste ist die Einlagerung von Kalzium in die Knochen. Genauso wichtig ist die Immunregulation durch Vitamin D. Einige Zellen des Immunsystems weisen Bindungsstellen (Rezeptoren) für dieses Hormon auf, wodurch deren Aktivität gesteuert werden kann. Genau diese Funktion stellt den Zusammenhang zu MS dar.

Fischöl

Auch Fischöl ist sehr wichtig für die o.g. Unterdrückung einer überschießenden Immunantwort. Wie beim Vitamin D ist auch für Fischöl in Beobachtungsstudien (Epidemiologische Studien) ein Zusammenhang von Mangel an Fischöl und Zunahme der MS Erkrankungen aufgezeigt worden. Auch in Tierversuchen wurde dieser Zusammenhang bestätigt, so hat man Versuchstiere durch Gabe von mehrfach ungesättigten Omega 3 Fettsäuren vor MS schützen können.
Ein Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist bei uns die Regel, weil wir weder ausreichend Fisch essen, noch enthält unser Fleisch durch die Überzüchtung genügend gesunde Fette. Glückliche, weidende Kühe haben auch gutes Fett zu bieten.

Wieviel Vitamin D und Fischöl ist ausreichend?

Die Datenlage ist klar. Eine Gabe von Vitamin D und Fischöl ist wirksam um das Auftreten von MS in den meisten, wenn nicht sogar allen Fällen zu verhindern. Da Kinder und Geschwister von MS Kranken ein erhöhtes Risiko haben zu erkranken ist es wichtig eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Fischöl sicher zu stellen. Jetzt kann man sich natürlich wieder streiten über das Hautkrebsrisiko bei zuviel Sonne. Hier gilt: schön braun ist gut, rot werden ist schlecht. Also bei Bedarf einen geeigneten Sonnenschutz verwenden oder frühzeitig aus der Sonne gehen. Derzeitige Empfehlungen für “Risikokinder” unter 10 Jahren sind 800 IU täglich. Jugendliche und Erwachsene über 10 Jahren sollen ca. 2-3000 IU täglich einnehmen. Diese Dosen können auch problemlos einmal wöchentlich verabreicht werden weil der Körper überschüssiges Vitamin D speichert. Die maximal zulässige Dosis wird dabei nicht überschritten. Eine weitere Quelle für Vitamin D ist Lebertran – ca. 400 IU pro Teelöffel – (es gibt inzwischen Sorten mit angenehmem Minz- oder Zitronengeschmack). Der Vorteil von Lebertran ist, dass man sowohl Fischöl, als auch Vitamin D zu sich nimmt. Lachsölkapseln sind aber neutraler im Geschmack und man nimmt einfach einmal wöchentlich eine ausreichende Vitamin D Dosis dazu (z.B. 1×20000 IU Dekristol, verschreibungspflichtig!).

Regelmäßige (jährliche) Bluttests
Vitamin D    – Ideal 40-50μg/l (bei Werten >50μg/l für 2 Monate stoppen und erneut überprüfen)

Zusammenfassung

MS (Multiple Sklerose) ist eine Autoimmunerkrankung, die zu schrecklichen körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen führen kann. Eine genetischer Zusammenhang ist unumstritten und Angehörige von MS Kranken sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt ebenfalls an MS zu erkranken.
Das Risiko ebenfalls an MS zu erkranken kann durch einfache Änderung der Ernährungsgewohnheiten erheblich eingeschränkt, wahrscheinlich sogar ausgeschlossen werden.
Eine Unterversorgung mit den beiden Nahrungsergänzungen Vitamin D und Fischöl steht nach aktuellem Forschungsstand mit der Entstehung von MS im Zusammenhang. Fischöl oder Lachsölkapseln und Vitamin D können einfach jeden Tag eingenommen werden:
Kinder <10 Jahren sollten 800 IU Vitamin D und 2g Omega 3 Fettsäuren täglich bekommen.
Jugendliche >10 und Erwachsene sollten 2000 IU Vitamin D und 4g Omega 3 Fettsäuren täglich bekommen.

Mit dem Schutz sollte noch heute angefangen werden!

Anmerkung für MS Kranke und deren Partner

Natürlich soll diese Info nicht den Besuch beim Arzt ersetzen und es ist wichtig für sich einen Arzt und Neurologen zu finden, der euch bei eurem Gesundung unterstützt und ein offenes Ohr für “alternative Behandlungsmethoden” hat. Dieser Arzt sollte sich auch zur Prävention äußern können.

Ein schwieriges Thema ist auch Familienplanung. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich das ganze Thema erledigt, sobald ihr eure eigene Gesundheit in den Griff bekommen habt. Dann schwebt nicht mehr dieses Damokles Schwert der Ungewissheit und “was ist wenn” über einem. Im Gegenteil, man ist voll nie geahnter Lebenslust und Kraft und solche Entscheidungen werden euch viel leichter Fallen.

Zu guter letz

Falls ihr Anmerkungen habt, Fragen, Wünsche etc. würde ich mich freuen diese in einer mail zu bekommen oder sie in den Kommentaren zu finden, damit andere auch davon profitieren können.

ThinkFoodAI. Das Autoimmun-Protokoll

Das ThinkFoodAI Protokoll ist im wesentlichen ein Paleo Ernährungsplan àla ThinkFood00; mit ein paar Besonderheiten, um den Bedürfnissen von Menschen mit Autoimmun-Krankheiten gerecht zu werden. Dafür werden zu Beginn sämtliche Nahrungsmittel, die potentiell eine Autoimmun Antwort bei empfindlichen Menschen hervorrufen könnten, ausgeschlossen. Es handelt sich vom Prinzip her um eine sogenannte Eliminationsdiät.
Hat sich das Immunsystem (IS) beruhigt, kann man anfangen vorsichtig, gezielt und unter aufmerksamer Beobachtung bestimmte Lebensmittel wieder einzuführen, um zu sehen ob und wie sie vom Körper toleriert werden.

Für wen ist das ThinkFoodAI Autoimmun-Protokoll

Am wichtigsten ist für welchen Menschen der Ernährungsplan sein soll? Eine sorgfältige Anamnese (Erfassung aktueller und vergangener körperlicher Beschwerden, bisherige Behandlungen, Einnahme von Medikamenten/ Supplementen, Ernährungsgewohnheiten, Unverträglichkeiten und sonstige Lebensumstände) ist wichtig für die richtige Ernährungsempfehlung. Darüber hinaus lassen wir noch grundlegende Blutwerte und Körpermaße bestimmen, die eine Aussage über Organfunktionen und die Stoffwechsellage zulassen sollen. Bei Bedarf wird der behandelnde Arzt hinzugezogen oder es wird eine umfangreichere Diagnostik und ärztliche Therapie angeraten.

Das ThinkFoodAI Protokoll wird immer individuell erstellt und nur mit sorgfältiger Betreuung von erfahrenen Fachleuten ausgegeben. 

Dabei können wir Dank unserer langjährigen Erfahrung viel Mut zusprechen und von vielen Erfolgsgeschichten aus unserer täglichen Praxis, gerade mit Autoimmun-Kranken, berichten. Unsere Erfahrung lehrt aber auch wie wichtig die 100%ige Compliance, also das kooperatives Verhalten im Rahmen der Therapie, für den Erfolg eines Ernährungskonzeptes ist. Um diese hohe Compliance zu erreichen ist es wichtig, dass der Mensch gut informiert ist, versteht warum ihm das AI Protokoll in dieser Form empfohlen wird und wie es sich auf seinen Alltag auswirken kann.
Das ThinkFoodAI Protokoll beinhaltet 12 Monate Betreuung, damit die Ernährungsumstellung dauerhaft sein kann und “artgerechte” Nahrung wieder fester Bestandteil des täglichen Lebens wird und den nötigen Stellenwert genießt.

Warum ist ein Autoimmun Protokoll nötig und warum ist es so erfolgreich?

Für die meisten Autoimmunkrankheiten hat man auffällige Gemeinsamkeiten festgestellt:

  1. Eine gewisse genetische, bzw. epigenetische “Empfänglichkeit” der betroffenen Personen hat man heute bereits für fast alle AI Krankheiten nachweisen können.
  2. Viele AI Krankheiten beginnen bereits früh in der Jugend. Es wird ein Zusammenhang mit bakteriellen bzw. viralen Infektionen diskutiert. Diese Infektion setzt den Prozess der letztendlich zum Angriff von körpereigenem Gewebe führt in Gang indem eine immunologische Alarmbereitschaft hervorgerufen wird.
  3. Umweltfaktoren lösen dann oft die konkrete Immunreaktion aus. Das Immunsystem reagiert auf diese “Fremdstoffe”  und versucht sie aus dem Körper zu entfernen oder dauerhaft unschädlich zu machen. Vielfach kommt es dabei zur Reizung der Darmwand in deren Folge die sogenannten “tight junctions” auf weiten und damit die Barriere für Immunkomplexe aufgehoben wird. Man spricht vom “leaky gut” (dem “durchlässigen Darm”), Antigen-Antikörper-Komplexe gelangen ins Blut. Körpereigenes Gewebe, das den Strukturen der eigentlich zu attackierenden Fremdstoffe (Proteinestrukturen von Bakterien, Viren oder Nahrungsmitteln) ähnelt, wird in der Folge angegriffen. Im Falle von Rheuma/ Arthritis (RA) sind dies Eiweiße aus dem Bindegewebe von Gelenken, bei der Multiplen Sklerose (MS) die Isolierung der schnell leitenden Nervenfasern (Myelinscheide), beim “angeborenen” Diabetes Typ I die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse und Schilddrüsengewebe im Fall von Hashimotos Thyreoditis.
  4. Traumata jeglicher Art (ein Unfall, Fieber oder auch jeder andere Stress) können zur “Schwächung” des Immunsystems führen und leiten oft einen “Anfall” der Krankheit ein.

Die Gene und Geschehnisse in der Vergangenheit kann man nicht ändern. Das ThinkFoodAI Protokoll setzt direkt danach an und versucht die Umweltfaktoren zu beeinflussen.

Der Umweltfaktor Nr. 1 ist unsere tägliche Nahrung. 

Dabei handelt es sich erst einmal um einen Fremdstoff für jeden Körper. Für AI Fälle kennt man einige “übliche Verdächtige”, welche erst einmal streng aus dem Körper zu halten sind. Dadurch kann sich das Immunsystem beruhigen und die Sofortreaktionen klingen ab. Auch mittel- bzw. langfristige Reaktionen können in der Folge etwas eingedämmt werden. Völlig unterbinden kann man sie nie, wohl aber die auslösenden Faktoren möglichst genau feststellen und versuchen dauerhaft auszuschliessen.
Idealerweise beeinflusst man diese Kaskade bevor es zum Ausbruch der Krankheit kommt. Sprecht uns an und vereinbart einen Termin für ein Präventions-Gespräch für Angehörige von Autoimmun-Kranken 1. Grades.

Wiederherstellung normaler Körperfunktionen

Die Beschränkung auf echte, natürliche, nicht künstlich modifizierte oder prozessierte Lebensmittel ist wichtig für einen gesunden Körper. So lässt sich schnell eine gute Körperwahrnehmung wiedererlangen. Natürlicher oder “naturidentischer” Erdbeergeschmack ist nicht mehr bloss der Geschmack eines fettarmen Joghurtgetränkes oder zuckerfreien Kaugummis, sondern kann vom Körper wieder verlässlich mit X mg Vitamin C, Y mg Kalium und einer verlässlichen Menge wirksamer Antioxidantien verbunden werden. Umgekehrt fangen wir selber an längst vergessene, oder lange unterdrückte, Körpersignale wahrzunehmen und zu verstehen.

Zwei wichtige Dinge bei der praktischen Umsetzung

  • 100% Compliance (Therapietreue). Zu Beginn dürfen wirklich nur die erlaubten Lebensmittel verzehrt werden. Das Immunsystem hat ein langes Gedächtnis und bleibt noch lange nach dem Verzehr des Auslösers aktiv. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, genügend lange Zeit sämtliche verdächtigde Antigene auszulassen. Erst bei nahezu Beschwerde- bzw. Schubfreiheit empfehlen wir vorsichtig, langsam und Stück für Stück, manche dieser Nahrungsmittel wieder einzuführen.
 Für AI Teilnehmer empfehlen wir in keinem Fall eine 80/20 Version von Paleo mit dem Schluck Milch im Kaffee ab und zu.. oder dem klitzekleinen Keks “Der kann doch nicht schaden. Hast du früher doch auch gegessen und ist selbstgemacht!”. Selbst das bisschen Soja oder Gluten versteckt in der Bio-Fertigsauce ist zuviel. Leider oft sehr versteckt kann es dennoch den Therapieerfolg um Wochen zurück werfen.
  • Tagebuch führen hilft Fehler nicht zu wiederholen. Die Aufzeichnungen über das Essen, das Befinden, evtl. Supplemente und besondere Vorkommnisse sind Gold wert. Es wird nicht alles von Anfang an reibungslos laufen. Der übersichtlichere Ernährungsplan hilft diese Reibungen schneller aufzudecken, vorausgesetzt man kann sich 2 Tage später noch genau erinnern was es zum Mittagessen gab oder wann man den neuen B-Vitamin-Komplex eingeführt hat? Manche Fehler fallen vielleicht erst auf wenn man sie zum 2. oder 3. mal gemacht hat oder werden erst als solche aufgedeckt, wenn das Protokoll mit dem Betreuer besprochen wird.

 

Wie lange dauert das ThinkFoodAI Protokoll?

Das ist schwer zu sagen und immer vom Einzelfall abhängig. Ist man wirklich beschwerdefrei wenn man bestimmten Umweltfaktoren nicht mehr ausgesetzt ist, dauert es u.U. ein ganzes gesundes Leben lang. Wir stellen auch oft fest, dass nach einiger Zeit geringe Mengen, an vorher nicht gut vertragenen Lebensmitteln, wieder toleriert werden.
Um diesen TinkFood Lebensstil in die Praxis umzusetzen und individuell auf die jeweiligen Lebensumstände anzupassen, bieten wir die Erstellung eures TinkFoodAI Protokolls im Paket mit einer Jahresbetreuung an:

  • Erstellung des individuellen ThinkFoodAI Protokolls bestehend aus einem Ernährungsplan und der dazugehörigen Lebensmittelliste.
  • 12 Monate Telefon- und Onlinebetreuung ThinkFood Hotline mit Rückrufservice (ins dt. Festnetz).
  • ThinkFood Ordner für die Betreuung und alle wichtigen Unterlagen (Ärztliche Befunde, Fragebogen, Ernährungsplan, Tagebuch, Tips und Tricks, etc.)
  • Eine Anleitung zur praktischen Umsetzung: von Vorbereitung des Haushalts und Einkaufs, bis zur anfänglichen “Darmreinigung” und der Wiedereinführung von Lebensmitteln.
  • Bei Bedarf Empfehlung weiterer Tests und Verweis an entsprechende Laboratorien oder Ärzte, begründete Empfehlung von Supplementen (wir sind völlig unabhängig und empfehlen keine generelle Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln).

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bevor man mal eben seinen Lebensstil ändert, sollte man sich gründlich informieren. Man muss sich ein ganzheitliches Bild der eigenen Erkrankung und der persönlichen Umstände machen und wir werden helfen die Krankheit besser zu verstehen. Fragen beantworten wir gerne im Vorfeld.
Für die ersten 30 Tage des ThinkFoodAI Protokolls solltet ihr alles andere hinten anstellen. Die Weihnachtszeit ist erfahrungsgemäß nicht so ideal. Es ständig auf morgen zu verschieben bringt aber auch nichts und ihr solltet euch besser wieder auf echtes, artgerechtes Essen und die eigene Gesundheit besinnen.

ThinkFood30 für Anfänger

1. Ausmisten 2. Einkaufen 3. Kochen 4. Spazieren 5. Schlafen

Die praktische Umsetzung von ThinkFood30

1. Ausmisten

Erfahrungsgemäß ist es mit unserer Selbstbeherrschung nicht weit her. Plane voraus! Die kleinen Versuchungen solltest du gar nicht erst zu hause haben. Gib sämtliches Brot, Reis, Nudeln, Haferflocken, Eiscreme, Limos, Kekse, Saure Drops, Müsli, Süßstoff, Schnickers, Chips, Kräcker, Fruchtwichtel, Sojasauce, Backmischungen, Brühwürfel, Dosenfutter und alles industriell hergestellte und verpackte an Lebensmitteln einfach an die nächste Obdachlosen Tafel ab. Deine Kinder brauchen übrigens nicht die extra Portion Milch in Schokolade und die Ernst und Herbert Kekse… im Gegenteil, wahrscheinlich wird es denen schon besser gehen sobald du selber gesünder bist!

2. Einkaufen

Nun, wo du Platz geschaffen hast, kannst du die Schränke voll mit gesunden Sachen stopfen.

Eiweiß

Am besten ist wirklich Fleisch von Weidetieren oder Wild. Nur weil du das Gute nicht so schnell bekommst heißt das nicht, dass du lieber ein Teilchen essen solltest. Nimm was du kriegen kannst aber iss nicht Tofu oder Quinoa stattdessen.
Land: Schwein-, Rind-, Wild- und Lammfleisch. Wasser: Lachs, Forellen, Makrelen, Sardinen, Krabben… alles was so gut riecht halt. Luft: Hühnchen, Pute, Ente, Vogel Strauß… wenn er den Kopf aus dem Sand zieht. Dazu machen sich auch gut hochwertige Eier (mit Omegas!), leckerer durchwachsener Speck und vielleicht ein paar Landjäger oder Fischkonserven (in gutem Olivenöl oder eigenem Saft) für eine Mahlzeit auf die Schnelle.

Gemüse

Am besten natürlich vom Nachbarn und in Bio Qualität. Bevor ihr aber gar kein Gemüse esst, ist das günstige vom Panny Markt überhaupt kein Problem. Wenn du jetzt noch das Saison Gemüse nimmst steht einer vernünftigen Abwechslung nichts im Wege und dein ThinkFood30 wird auch nicht teurer als der “normale Einkauf”. Denk daran: bunt soll es sein, also kauf alle Farben des Regenbogens ein.

Früchte

Wenn du abnehmen willst solltest du nicht mehr als ein Händchen voll Früchte am Tag essen. Nur wenn du alles über den Haufen werfen willst kannst du dich mit den ach so gesunden Früchtchen vollstopfen. Eine gute Wahl sind z.B. Beeren, Melonen, Zitrusfrüchte, klassische Apfelsorten (Pink Lady gehört nicht dazu!), Birnen, Mangos und Papayas sind zwar nicht schlecht… es kommt aber auf die Strecke an, die sie bis an deinen Tisch, in welcher Zeit, zurücklegen mussten. Bananen machen zwar glücklich, die sollten aber den Sportlern z.B. für nach dem Training vorbehalten bleiben. Besonders wenn Übergewicht ein Thema ist.

Fette

Oliven Öl (möglichst jungfräulich), Kokosnuss-Öl, -Milch oder -Flocken, Rotes Palmöl, Schmalz und Butterschmalz, Avocados und Avocadoöl, Macadamia-Nüsse und Öl, Mandeln, Walnüsse. Ist das Ziel Abnehmen, sei vorsichtig mit Nüssen und kauf lieber welche, die du noch selber knacken musst, dann isst du automatisch nicht so viele.

Gewürze

Weil du wahrscheinlich viel mehr Öl und Fett benutzt als bisher, wirst du feststellen wie lecker Grünzeug wirklich schmecken kann. Wenn du jetzt noch den Schrank voller leckerer Kräuter und Gewürze stehen hast, kann nichts mehr passieren. Zur Grundausstattung gehören: Basilikum, Coriander, Oregano, Thymian, Majoran, Rosmarin, Schnittlauch, Zwiebeln, Knoblauch, Salbei, Zitronenmelisse, Schabziger Klee, Kümmel, Dill, Petersilie, Liebstöckel, Sellerie, Lavendel, Lakritz, Curry, Chili, Kurkuma, Zimt, Pfeffer in allen Farben, Ingwer, Zitronengras, Sesam und Sesamöl, Muskat, Wachholder und Lorbeer. Sag bloß nicht Salat würde langweilig schmecken!

Getränke

Wasser ist das Getränk der Wahl (egal ob Mineral-, Leitungs- oder Blubber-Wasser). Zu den Mahlzeiten darf es gerne mal ein Tee sein (Kräuter, Früchte, schwarz, grün weiß und bunt). Zwischen den Mahlzeiten trinkst du aber am besten nur Wasser mit ein paar Zitronenscheiben, Minzblättern, Gurkenstücken oder Erdbeeren. Kaffee und Alkohol sollte während ThinkFood00 gemieden werden.

3. Kochen

Eine normale Mahlzeit sollte bestehen aus:
1 Hand voll (ca. 100-200g) mageres Eiweiß wie Hühnchen, mageres Rindfleisch, Pute, Schweinelende, Fisch, Meeresfrüchten oder 2-3 Eier
Mehrere Hände voll buntes Gemüse, entweder roh, gedünstet oder kurz gegart
Zum Schluss noch abrunden mit gutem Fett wie Avocado, Olivenöl oder eine Hand voll ungesalzene Nüsse (Mandeln, Pekanüsse, Makadamias oder Walnüsse)

Zum mitschreiben:

  • Eiweiß zu jeder Mahlzeit
  • 3-4 Mahlzeiten pro Tag
  • Früchte auf eine Portion pro Tag beschränken (zur Gewichtsabnahme)
  • Nüsse auf eine Hand voll pro Tag beschränken (zur Gewichtsabnahme)
  • Getränke sind Wasser und Tee zu den Mahlzeiten, keine Süßstoffe, noch nicht mal Stevia!  

4. Bewegung

Geh raus an die frische Luft. Wenigstens Spazieren nach dem Abendessen. Beweg dich nach Lust und Laune, aber übertreib es nicht. Gehe nicht über deine Grenzen hinaus. Wenn du unsicher bist such dir einen guten Fitness Trainer.
Besonders in den ersten 1-3 Wochen macht dein Körper eine Stoffwechselumstellung durch und du wirst vielleicht früher müde als gewohnt. Das ist völlig normal und du solltest auf deinen Körper hören und wenn nötig einfach früher Schluss machen.

5. Schlafen

Dunkel dein Schlafzimmer ab. Mach es wirklich dunkel. Keine LED vom Fernseher, Wecker oder Rauchmelder. Schmeiß den Fernseher und den Computer ganz aus dem Schlafzimmer raus. TV gucken oder emails checken nur bis spätestens eine Stunde vorm Zubettgehen. Gehe früh ins Bett und schlafe 8-9 Stunden! Du solltest ohne Wecker wach werden und einfach fit für den Tag sein.

Fragen, verwirrt oder ein Spezialfall?

Guck in unsere Links und Literaturempfehlungen und fang an zu Lesen. Oder leg einfach los, lass dich überraschen und ernte schon bald die Früchte. Halt dich nicht mit Lappalien auf. Wenn du besondere Beratung oder einen individuellen Ernährungsplan möchtest, vereinbare einfach eine unverbindliche Erstberatung mit uns: info(at)thinkfood.co.za

Payback

Schreib uns einfach zurück und kommentiere hier wie es dir ergeht. Poste ein Bild oder schick uns dein Lieblingsrezept. Helf mit andere von dem Abenteuer ThinkFood00 zu begeistern. Welche Infos fehlen dir? Worüber möchtest du mehr lesen? Vor allen Dingen, hab viel Spaß!

Neuer Vortrag Ernährungsparadigmenwechsel

Update Nov 2012

Das video ist endlich klein und web tauglich… für alle die es nicht in die Stadthalle geschafft haben:

Ernährungsparadigmenwechsel

Empfehlungen,  die  selbst  in  ein  paar  Jahren  noch  Sinn  machen  werden

Gesunder Menschenverstand im Dschungel der fettarmen Pyramiden und vollwertigen Ernährungskreise. Was hat es auf sich  mit  Low  Carb, Glykämischer Last und BMI? Wieviele Mahlzeiten und Snacks sollen es denn sein? Wo sind wir gelandet mit fettarm und Vollkorn? Warum macht der Fortschritt unser Gesundheitssystem nicht günstiger? Woher kommen die neuerlichen Erfolge bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen? Wie eine langfristige   Änderung des Lebensstils gar nicht so schwer und unüberwindbar ist.

Der Vortrag fand statt am: Mittwoch 18. Juli 19-­20:30 vor vollem Haus, mit anschließender Fragerunde im Flügelsaal vom Kulturzentrum am Schauplatz Langenfeld. Es sprach: Christoph  Lenz als Ernährungscoach und Apotheker; spezialisiert auf Autoimmunerkrankungen und Diabetes.

Häufige Nährstoffmängel bei Veganern und Vegetariern

Ernährst du dich vegetarisch und einige dieser Symptome sind dir bekannt?

Chronische Müdigkeit, Erschöpfung und/ oder Antriebslosigkeit, Angstzustände und Panikatacken, Zahnerkrankungen wie Parodontose und Zahnfleischbluten, Unfruchtbarkeit, Eingeschränktes Sehvermögen

Artgerechte Ernährung im Affenhaus

All diese Symptome sollten nicht einfach auf den Streß mit den Kindern oder den unvermögenden Chef geschoben werden. Diese Symptome sollten ernst genommen werden und ihr müßt mal in euch gehen, ob ihr genügend von den folgenden Nährstoffen mit eurer Nahrung zu euch nehmt. Besonders, wenn ihr tierische Produkte meidet müsst ihr darauf achten. Manche von diesen Nährstoffen mögen zwar auch in dieser oder einer ähnlichen Form in Pflanzen vorkommen, oft aber nur in viel zu geringen Mengen oder in einer Form, die schlecht von den meisten von uns im Darm resorbiert werden kann. Die Resorption unterscheidet sich auch enorm zwischen den Menschen. Manche Ovo-Lacto-Vegetarier bekommen genügend B-Vitamine von ein wenig Butter und ab und zu ein paar Eiern – andere Menschen leiden an einer Vitamin B12-Mangel Anämie obwohl sie regelmäßig Fleisch verzehren, aber aufgrund einer Getreideunverträglichkeit und der daraus resultierenden Resorptionsstörung im Darm, selbst die teuren Supplemente unverdaut am Ende ausscheiden.

Vitamin A – Retinol

Vitamin A ist unentbehrlich für unser Sehvermögen, ordentliches Wachstum, ein gut funktionierendes Immunsystem, regelmäßige Fortpflanzung und die Zelldifferenzierung in unseren Geweben. In unseren Zellmembranen funtioniert es als ein potentes Antioxidanz und schützt so vor vielen Umweltgiften. Man hat auch einen Schutz vor Asthma und Allergien durch Vitamin A nachgewiesen.1
Aus Pflanzen können wir leicht große Mengen an β-Carotin aufnehmen. Unser Körper muss es dann in die Wirkform Retinol umwandeln. Manche Menschen sind aber schlechte Umwandler und können unmöglich soviele Möhrchen essen, dass der Bedarf gedeckt würde. Vorsicht bitte auch beim Verzehr von sehr großen Mengen β-Carotin (durch Nahrungsergänzungsmittel)… das kann zu Krebs führen.²
Häufig wird vor Vitamin A Vergiftung gewarnt. Die Inuit verzehrten mit ihrem tradtitionell hohen Fischkonsum große Mengen an Vitamin A (ca. 30 000IU). Ungefähr das 10-fache des DGE Referenzwertes für Erwachsene. Vergiftungen sind aber nur ein Problem, wenn Vitamin A isoliert (ohne andere fettlösliche Vitamine) oder in pharmazeutisch veränderter Form  und in großen Mengen eingenommen wird. Bevor du versuchst deine Akne mit Retinol-Derivaten zu behandeln, solltest du lieber bestimmte Nahrungsmittel meiden, die ursächlich für die Entstehung der Akne verantwortlich sind. Ein guter Anfang ist ThinkFood30.
Die besten Quellen für Vitamin A sind Fetter Seefisch, Leber, Butter, Eigelb, Fleisch und für Vegetarier Rotes Palmöl. Hier sorgt das gute Fett für den besseren Transport und eine schnellere Umwandlung von β-Carotin zu Retinol.

Vitamin D – Cholecalciferol

Ist uns am besten bekannt von der Rachitis Prophylaxe bei Säuglingen. Hier hilft Vitamin D ausreichende Mengen von Calcium aus der Nahrung aufzunehmen und im Knochen zu verbauen. Erwachsenen hilft es der Osteoporose vorzubeugen. Aktuell wird an allen Ecken geforscht, welche Rolle Vitamin D bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ I, Rheuma, Lupus, Multiple Sklerose, etc. spielt. Außerdem erforscht man seine Rolle beim Schutz vor Krebs, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Arthritis, u.a..³

In Deutschland reicht die Stärke der Sonnenbestrahlung nur ca. 6 Monate
im Jahr aus, um eine ausreichende Vitamin D-Bildung zu gewährleisten.

Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass wir nur annährend genug Sonne in den gefühlten 6 Wochen ausreichenden Sonennscheins für eine ausreichende Vitamin D Synthese bekommen. Und wer hält sich schon überwiegend im Freien auf? Viele Menschen benutzen Sonnenschutz im Überfluss. Hier solltest du einfach eine gesunde Mischung haben. Eine schöne, gesunde Hautfarbe, ohne in der Sonne zu schmoren oder gar zu verbrennen. Wichtig ist, schon im Frühjahr viel nackte Haut zu zeigen und den Körper daran zu gewöhnen. Man findet eine Zunahme von Autoimmunerkrankungen, je weiter man sich vom Äquator entfernt. Die größten Mengen findet man auch von Vitamin D wieder in fettem Seefisch (besonders in der Leber) und dem Blut von anderen Tieren. In geringen Mengen auch in Butter oder Schmalz, immer vorrausgesetzt, auch die Tiere haben die Sonne gesehen.
Menschen und Tiere produzieren Vitamin D₃, in Pflanzen findet man eine andere Form: das Vitamin D₂, besonders in Pilzen, vorrausgesetzt sie waren ultravioletter Strahlung ausgesetzt. Über den Vergleich der Wirkstärke und der Sicherheit beim Verzehr beider Formen streitet man zwar noch, allerdings scheint unumstritten, dass man etwa die 5-10fache Menge zu sich nehmen muss, verlässt man sich auf rein pflanzliche Quellen.³ Empfehlungen zur ergänzenden Versorgung von Vitamin D liegen derzeit bei bis zu 5 000IU pro Tag. Lebst du nördlich des 35. Breitengrades solltest du zumindest auf ca. 1-2 000IU täglich kommen. Plagt dich eine der zuvor genannten Erkrankungen, würde ich mich nicht nur auf unseren Sommer verlassen. Gute Quellen sind Lachsöl Kapseln, Lebertran (schmeckt scheußlich) oder Krillöl Kapseln. Du solltest auf gute Qualität achten und eine garantiert niedrige Schadstoffbelastung. Nur mit Freitags Fisch wirst du nicht wirklich auskommen.

Vitamin K₂ – Menachinon

Man könnte es den x-factor nennen, weil die Existenz lange bekannt war und auch die physiologische Bedeutung. Allerdings wurde die exakte chemische Struktur von Menadion (Vitamin K) erst 60 Jahre später damit in Zusammenhang gebracht. Ohne VK funktioniert gar nichts mit den fettlöslichen Vitaminen. Vitamin A und D steuern welche Eiweiße vom Körper gebaut werden, Vitamin K aktiviert sie indem es die Kalziumbindung vermittelt. Vitamin K spielt nicht nur bei der Blutgerinnung eine Schlüsselrolle, sondern auch bei der Kalziumverteilung in Knochen und Zähnen, dem Schutz von Blutgefäßen und der Bildung von Nierensteinen, bzw. deren Verhinderung. Im Hirn findet man eine der höchsten Konzentration von Vitamin K im Körper. Einem Mangel dort gibt man eine  Teilschuld an der Entstehung von Chronischer Fatigue, Lernschwierigkeiten und Alzheimer.⁴ Vitamin K kommt in der Natur in 2 Formen vor: VK₁ und VK₂. Vitamin K₁ (Phytochinon) hauptsächlich für die Blutgerinnung wichtig, findet man vorwiegend in grünen Pflanzen. Vitamin K₂ (Menachinon) erfüllt andere Funktionen im Körper. Nur diese Form wird für die den Schutz vor Herz- und Gefäßkrankheiten verantwortlich gemacht.⁵
Quellen für Vitamin K₂ sind neben tierischen auch fermentierte Lebensmittel. Nattō, ein traditionelles japanisches Lebensmittel aus Sojabohnen fermentiert mit Bacillus subtilis ssp. natto hat den höchsten bekannten Gehalt. Es steht aber leider auf nur wenigen Einkaufszetteln von Vegetariern. Nicht ganz klar ist auch, ob die spezielle Unterform von K₂ aus Nattō, das Menachinon MK-7, auch dieselbe Wirkstärke hat wie das tierische MK-4.

Vitamin B12 – Cobalamin

Cobalamin ist ein für uns essentielles Vitamin. Wir benötigen es für die Bildung unsres Erbgutes (DNS Synthese), den Abbau von Aminosäuren (Eiweißbausteine), die Energieversorgung in unseren Mitochondrien (ATP Bildung), die Bildung von roten Blutkörperchen (Sauerstofftransport zu den Geweben) und die Isolierung unserer schnell leitenden Nervenfasern (Myelinscheiden).
Der Mangel tritt in 4 Stufen auf:
Stufe 1. Sinkende Blutwerte von Cobalamin.
Stufe 2. Sinkende Cobalamin Konzentration in den Zellen.
Stufe 3. Steigende Homocystein-Werte im Blut
Stufe 4. Perniziöse Anämie mit der Gefahr von irreparablen Nervenschädigungen
Es ist allgemein anerkann, dass aktives und im menschlichen Körper wirksames Cobalamin ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt. Zwar gibt es einige Theorien, dass im Dünndarm vorkommende Bakterien aktives Cobalamin synthetisieren könnten, diese Quelle stellt aber keine verlässliche und ausreichende Versorgung sicher. Sie stehen außerdem in direkter Konkurrenz mit anderen Bakterien, die eine inaktive Form ins Rennen schicken, die der aktiven die Plätze im Transport durch die Darmwand streitig macht.₆
Meiner Meinung nach sollte man den Streit um dieses Them ruhig den Fachleuten überlassen. Mitunter wird die Diskussion hier sehr Leidenschaftlich und wenig sachlich geführt.

Beruhigend ist, dass selbst die IVU (International Vegetarian Union) Vitamin B12 Supplementierung empfiehlt, wenn keine tierischen Lebensmittel konsumiert werden. 

Der gesunde Menschenverstand sollte hier mal wieder ausreichen. Bevor du also zum Psychosomatiker verwiesen wirst wenn du unter Symptomen wie: Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gedächtinisschwäche, Depression, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Nahrunsmittelunverträglichkeiten, Allergien, Parästhesien, Empfindungsstörungen beim Tastsinn, Muskelschwäche und Appetitlosigkeit leidest, solltest du mal ausprobieren, ob einige artgerecht gehaltene Tiere oder Tierprodukte auf deinem Speiseplan schon einen Unterschied machen können. In unserer Praxis sehen wir oft auch einen Mangel bei “Allesfressern”, weil eine Resoptionsstörung z.B. durch Getreide hervorgerufen, vorliegt. Hier ist das ThinkFood30 Programm ein erster Schritt die Situation in den Griff zu bekommen. Bei ausgeprägten Symptomen ist eine sublingulae Gabe von Methylcobalamin sicherlich ratsam. Auch Schwangere und Stillende Mütter sollten unbedingt darüber nachdenken, denn ein Mangel kann, trotz fehlender Symptome bei der Mutter, beim Kind vorliegen.

Das häufig in Multivitaminpräparaten zu findende Cyanocobalamin ist gänzlich ungeeignet bei einem Vitamin B12 Mangel. 

Cobalamin selber ist zur Entgiftung von Cyanid im Urin nötig und macht eine Bindung an ebendieses Anion gar nicht sinnvoll. Darüber hinaus ist eine ausreichende Bioverfügbarkeit bei den meisten Menschen nicht gewährleistet. Die alternative Entgiftung von Cyanid über die Leber benötigt große Mengen der Aminosäure Cystein, wie sie in tierischen Eiweißen vorkommt. Nimmt man nur geringe Mengen davon zu sich, helfen einem selbst große Mengen Cyanocobalamin wenig. Gerade Menschen mit Schwermetallvergiftungen (z.B. Quecksilber) sollten darauf achten mit Methylcobalamin zu substituieren, da auch ihr Stoffwechsel mit einem Mangel an Cystein haushalten muss. Eine neuere Studie hat gezeigt, dass 43% der Lacto-Ovo-Vegetarier und 64% der teilnehmenden Veganer an einem Vitamin B12 Mangel litten. Da die Mangelerscheinungen sich oft erst nach vielen Jahren zeigen, kann man sogar davon ausgehen, dass früher oder später fast 100% betroffen sind.₇

Vitamin B₆ – Pyridoxal

Es gibt wohl kaum eine Körperfunktion bei der Vitamin B₆ (Pyridoxalphosphat) nicht mitwirkt. Es ist zum Beispiel nötig für die Produktion von Histamin (einem Entzündungsbotenstoff, wichtig für die Aufmerksamkeit im Hirn). Auch die Dopaminproduktion hängt ab von Vitamin B₆. Dopamin wiederum ist die Vorstufe von Adrenalin, Noradrenalin und Melanin (das Einschlafhormon). Wollen wir Denken, Probleme lösen oder Wissen speichern, brauchen wir VB₆. Wenn wir Extra-Energie als Glycogen in den Muskeln speichern wollen, brauchen wir Vitamin B₆. Beim Umbau/ Verlängerung der essentiellen Fettsäuren zu Arachidonsäure (AA) und Docosahexaensäure (DHA) geht es nicht ohne Vitamin B₆. Soll Cystein gebaut werden, eine wichtige Vorstufe von Glutathion (unserem Chef Antioxidanz) spielt Vitamin B₆ die Hauptrolle. Auch Glycin (wichtig für die Entgiftung in der Leber) wird nicht ohne gebaut. Weitere Vorgänge sind die Hämsynthese, Carnithinsynthese und Fettverbrennung… Der Bedarf steigt proportional an wenn der Körper unter Stress steht und bei Gebrauch von oralen Kontrazeptiva.₈
Vorkommen tut Vitamin B₆ in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln. In tierischen ist aber sowohl die Bioverfügbarkeit größer als auch die Menge. Pflanzliches Vitamin B₆ benötigt außerdem eine ausreichende Menge an Vitamin B₂ um es in die aktive Form (Pyrodoxal-5-Phosphat) zu überführen. Vitamin B₂ ist auch nicht so üppig in Pflanzen vorhanden und außerdem nicht wirksam, weil es glykosidisch (an Zucker) gebunden ist. Langes Kochen beeinträchtigt die Wirkung von Vitamin B₆ um bis zu 40%. Kurz gegartes oder Rohkost ist hier empfehlenswert (z.B. Seared Tuna mit Rohkostsalat).₉

Zink

Ist ein bedeutender enzymatischer Kofaktor und bei fast allen Hormonrezeptoren im menschlichen Zellkern eingebaut. Auch ist es Baustein in Hormonen selber (z.B. Insulin). Als Antioxidans in Zellmembranen und als Baustein des antioxidativen Enzyms Superoxid-Dismutase ist es wirksam und verdrängt Atome wie Eisen oder Quecksilber wo sie nicht hingehören. Seine Funktion erstrecken sich auf: Zell- und Gewebewachstum, Zellteilung, Knochenwachstum, Hautfunktion, Immunität, Verdauung, Glukosetolleranz, Aufrechterhaltung des Grundstoffwechsels und Geschmackssinn.₁₀
Den mit Abstand größten Gehalt an Zink haben Austern, gefolgt von Rindfleisch, gefolgt von anderen Fleischsorten, gefolgt von Milch. Den geringsten Anteil haben pflanzliche Lebensmittel.₈

Essentielle ungesättigte Fettsäuren

Einerseits sind sie super wichtig für eine Vielzahl von Hormonen und hormonähnlichen Substanzen. Andererseits macht ihr ungesättigter Charakter sie auch sehr oxidationsanfällig. Besonders wichtig sind die langkettigen Formen Arachidonsäure (AA), Docosahexaensäure (DHA) und EPA (Eicosapentaensäure). Da eine Verlängerung von kürzeren Vorstufen aus Pflanzen schnell an die Grenzen unserers Stoffwechsels stößt, macht ein wenigstens geringer Verzehr von tierischem Fett (am besten Fisch oder Fischöl) viel Sinn.

Obligatorisch essentielle Aminosäuren

Es gibt eine Gruppe von Aminosäuren, die zwar nicht essentiell sind, weil sie streng genommen vom Körper selber gebildet werden können. Die Aminosäuren Carnitin, Taurin, Creatin und Carnosin helfen dennoch das viele Stoffwechselvorgänge reibungsloser ablaufen und sie kommen nur in tierischen Lebensmitteln vor.
Carnitin hilft z.B. beim Transport von Fettsäuren in die Kraftwerke unserer Zellen, die Mitochondrien und ist nötig zur Regernation von Pantothensäure, einem wichtigen B Vitamin. Eine gemischte Vollkost liefert 2-10x mehr Carnitin als der Körper selber herstellen kann. Für die Herstellung benötigt der Körper Vitamin C, B12 und B6. Eine vegetarische Diät mangelt oft an B Vitaminen, sodass auch die Versorgung mit Carnitin ins Wanken gerät.¹¹
Taurin (normalerweise mit der Galle in den Darm gegeben) ist nötig um die elektrische Sensibilität der Netzhaut zu gewährleisten, verhindert Herzrhythmusstörungen und ist besonders wichtig bem Wachstum und der Reife unserers Gehirns. Besonders bei Kindern sollte man darauf achten, dass es nicht zu einem Mangel kommt.¹¹
Kreatin ist besonders für Sportler wichtig, da es die Energieversorgung der Muskulatur gewährleisted. Zwar ist die Versorgung mit Kreatin aus tierischem Eiweiß nicht unbedingt nötig, hilft aber gewaltig einen gesteigerten Bedarf zu decken.¹¹
Carnosin ist ein Antagonist bei der sogenannten Glykosylierung. Diese unkontrollierte Zuckerverknüpfung von Eiweißen und Enzymen besonders mit Glukose, Fruktose und Galaktose führt auf Dauer zu einer bedrohlichen Ansammlung der resultierenden Endprodukte (AGE = Advanced Glycation End products). Das wohl bekannteste wird zur Bestimmung des Langzeit Zuckers bei Diabetikern ermittelt: der HbA1c Wert. Dieser endogenen Glykosylierung werden Beteiligung an unterschiedlichen Alterserkrankungen zugeschrieben, wie beispielsweise Diabetes mellitus Typ II oder Herz-Kreislauferkrankungen, Alzheimer und anderen.¹², ¹³ Diese AGEs spielen auch beim Altern und Einsetzen von Demenz eine Rolle und man hat höhere Werte bei Vegetariern gefunden.¹⁴

Tierschutz oder Selbsterhaltung?

Unterm Strich macht also rein ernährungsphysiologisch eine gesunde Mischkost am meisten Sinn. Eine Kostform, die sich auf die Supplementierung mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln verlassen muss ist sicherlich nicht artgerecht für uns Menschen. Die unwürdigen Bedingungen unter denen Tiere heute gebrüted, gemästed und geschlachted werden machen natürlich auch überhaupt keinen Sinn. Die Tiere, die unter diesen Bedingungen auf unserem Teller landen machen uns auch körperlich krank: Völlig ungesunde Fettverteilung, Nährstoffmangel und Antibiotikarückstände belasten unseren Stoffwechsel erbliche. Letztendlich bestimmen wir aber durch unsere Nachfrage selber was uns aufgetischt wird. Also lieber weniger und dafür in bestmöglicher Qualität. Wer diskutieren möchte ob wir Tiere aufessen oder Tiere streicheln sollen kann das gerne hier tun.

Quellen

1. Mizuno Y, Furusho T, Yoshida A, Nakamura H, Matsuura T, Eto Y. Serum vitamin A concentrations in asthmatic children in Japan. Pediatr Int. 2006;48(3):261- 4.
2. Russell RM. The Enigma of β-Carotene in Carcinogenesis: What Can Be Learned from Animal Studies. J Nutr. 2004;134:262S-268S.
3. Masterjohn C. From Seafood to Sunshine: A New Understanding of Vitamin D Safety. Wise Traditions. 2006;7(3):14-33.
4. Masterjohn C. On the Trail of the Elusive X-Factor: A Sixty-Two-Year-Old Mystery Finally Solved. Wise Traditions. 2007;8(1):14-32
5. Spronk HMH, Soute BAM, Schurgers LJ, Thijssen HHW, De Mey JGR,
Vermeer C. Tissue-Specific Utilization of Menaquinone-4 Results in
the Prevention of Arterial Calcification in Warfarin-Treated
Rats. J Vasc Res. 2003; 40: 531-537.
6. Albert MJ, Mathan VI, Baker SJ. Vitamin B12 synthesis by human small intestinal bacteria. Nature. 1980;283(5749):781-2.
7. Herrmann W, Obeid R, Schorr H, Geisel J. The usefulness of holotranscobalamin in predicting vitamin B12 status in different clinical settings. Curr Drug Metab. 2005;6(1):47-53.
8. Gropper SS, Smith JL, Groff JL. Advanced Nutrition and Human Metabolism: Fourth Edition. Boston, MA: Wadsworth (2004).
9. Holcomb G, Cutrufelli R, Lemar L. USDA Cooking Yield Database, Release 1 (2003).
10. Sandström B. Bioavailability of zinc. Eur J Clin Nutr. 1997;51(Suppl 1):S17-9.
11. Bender DA. Nutritional Biochemistry of the Vitamins: Second Edition. Cambridge: Cambridge University Press (2003).
12. Uribarri J, et al.: Circulating
glycotoxins and dietary advanced glycation endproducts: two links to
inflammatory response, oxidative stress, and aging.
J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2007 Apr;62(4):427-33. PMID 17452738
13. Depressionen – Krankheit oder Symptom, KD Runow
14.
Sebeková K, Krajcoviová-Kudlácková M, Schinzel R, Faist V, Klavanová J,
Heidland A. Plasma levels of advanced glycation end products in healthy,
long-term vegetarians and subjects on a western mixed diet. Eur J Nutr. 2001;40(6):275-81.

ThinkFood30

In Anlehnung an das Whole30 Programm von Dallas and Melissa Hartwig (Whole9.com)

Was ist das ThinkFood30-Programm?

Bestimmte Lebensmittel (wie Getreide, Milchprodukte und Hülsenfrüchte) haben wahrscheinlich einen negativen Einfluss auf deine Gesundheit und Fitness, ohne dass du es bisher bemerkt hättest. Ist deine Energie stark schwankend oder gar nicht vorhanden? Hast du Schmerzen, die nicht durch übermäßige Anstrengung oder Verletzungen erklärt werden können? Findest du es schwer, Gewicht zu verlieren, egal wie sehr du dich bemühst? Hast du ähnliche Probleme (Hautprobleme, Verdauungsbeschwerden, saisonale Allergien oder Fruchtbarkeitsstörungen), bei dem Medikamente nicht geholfen haben? Diese Symptome können Direkt in Zusammenhang mit deinen täglichen Lebensmitteln stehen – auch den “gesunden” Sachen. Wie kannst du feststellen, ob (und wie) diese Nahrungsmittel dich beeinflussen?
Verabschiede dich vollständig von deinen bisherigen Ernährungsgewohnheiten. Meide alle entzündungsfördernden, das Insulin in die Höhe treibenden, kalorienreichen, aber nährstoffarmen Lebensmittel für volle 30 Tage. Gib deinem Körper die Chance, sich zu heilen und erhole dich von den Folgen, die der Verzehr von schlechten Lebensmitteln auf dich haben kann. Drücke die “Reset”-Taste für deinen Stoffwechsel, systemische Entzündungen und die nachgelagerten Efekte der Lebensmittelauswahl, die du ehemals getroffen hast. Erfahre ein für alle Mal, wie die Lebensmittel, die du gegessen hast, tatsächlich dein tägliches Leben und deine Gesundheit beeinflussen.
Wir können nicht genug darauf herum reiten, dass die nächsten 30 Tage dein Leben verändern werden. Deine Einstellung zum Essen wird sich grundlegend ändern, dein Geschmacksinn, deine Gewohnheiten und Gelüste werden sich verändern. Sehr wahrscheinlich wird sich auch die emotionale Beziehung zum Essen und zu deinem Körper verändern. Die 30 Tage haben das Potenzial, die Art und Weise, wie du dich ernährst, für den Rest deines Lebens zu verändern. Wir wissen es, weil wir es geschafft haben und bereits Hunderten von Menschen auch dabei helfen konnten.

Das ThinkFood30-Programm

Iss gutes Essen – Fleisch, Fisch, Eier, reichlich Gemüse, Obst und viele gute Fette. Iss Nahrungsmittel mit minimalen Zutaten, und nur solche, die du aussprechen kannst.. Besser noch, unverpackte Lebensmittel, die überhaupt kein Etikett mit einer Angabe der Inhaltsstoffe brauchen, weil sie ganz natürlich und unverarbeitet sind.
Noch wichtiger ist, was du nicht während deines 30-Tage-Programmes essen solltest. Das Weglassen all dieser Lebensmittel und Getränke wird deinem Stoffwechsel helfen, gesund zu werden und systemische Entzündungen zu reduzieren. Du wirst feststellen, welche Auswirkungen diese Lebensmittel wirklich auf deine Gesundheit, Fitness und Lebensqualität haben.

  • Iss keinen Zucker oder zugesetzte Süße jeglicher Art, egal ob natürlich oder künstlich. Keinen Ahornsirup, Honig, Agavendicksaft, Aspartam, Splenda, Natreen, Fruchtzucker, Equal, Nutrasweet, Xylit, Stevia, etc. Lies alle Etiketten, weil die Unternehmen den Zucker auf eine Weise in die Produkte mischen, die du nicht immer erkennen kannst.
  • Iss keine verarbeiteten Lebensmittel. Dazu gehören Protein-Shakes, abgepackte Snacks oder Mahlzeiten, Protein-Riegel, Milchersatz, etc.
  • Konsumiere weder Kaffee oder Alkohol noch Tabakwaren, in jeglicher Form.
  • Kein Getreide. Dies beinhaltet (ist aber nicht beschränkt auf) Weizen, Roggen, Gerste, Hirse, Hafer, Mais, Reis, Sprossen und alle glutenfreien Pseudo-Getreide wie Quinoa oder Amaranth etc. Ja, sagten wir Mais… Im Sinne dieses Programms ist Mais auch ein Getreide! Dies beinhaltet auch alle Möglichkeiten, wie wir Weizen, Mais und Reis unserer Nahrung in Form von Kleie, Keimen, Stärke, etc. hinzufügen. Lies die Etiketten.
  • Keine Hülsenfrüchte. Dazu gehören Bohnen aller Art, Erbsen, Linsen und Erdnüsse. Keine Erdnussbutter. Dazu gehören auch alle Formen von Soja – Sojasauce, Miso, Tofu, Tempeh, Edamame, Tamari und alle Möglichkeiten, wie Soja in Lebensmitteln verwendet wird (wie Lezithin).
  • Keine Milchprodukte. Dazu gehören alle Kuh-, Ziegen- und Schafmilchprodukte wie zum Beispiel Sahne, Butter, Käse (hart oder weich), Kefir, Joghurt (auch griechisch) und saure Sahne. Geklärte Butter ist erlaubt, da Butterschmalz (auch Ghee genannt) keine tierischen Eiweiße mehr enthält.
  • Keine weißen Kartoffeln. Es ist etwas willkürlich, aber sie haben eine hohe Kohlenhydratdichte und sind nährstoffarm. Außerdem gehören sie zu den Nachtschattengewächsen. Im Zweifel also lieber meiden.
  • Am wichtigsten ist… versuche nicht, deine alten, ungesunden Ernährungsgewohnheiten in das 30-Tage-Programm hinüberzuretten. Verzichte auf paleofizierte Desserts oder Junk Food: keine Paleo-Pfannkuchen, Paleo-Pizza, Paleo-Buttertoffees oder Paleo-Eis. Imitiere keine schlechten Lebensmittel während deines 30-Tage-Programms! Diese Art von Nahrung würde unser Ziel vollständig verfehlen.

Eine letzte und wichtige Regel: Gehe nicht auf die Waage und vermesse auch sonst deinen Körper nicht während deines ThinkFood30-Programms. Es geht um mehr als den Gewichtsverlust. Wenn du dich zu sehr auf das Körperliche fixierst, verpasst du den dramatischsten und lebenslangen Vorteil, den dieses Programm zu bieten hat. Also kein Wiegen und keine Vergleichsmessungen während deines ThinkFood30. Schön für dich selber ist jedoch eine Serie von Fahndungsfotos: stell dich jeden Tag zur selben Zeit mögligst spährlich bekleidet vor eine weiße Wand und mach 2 Bilder (frontal und im Profil).

Das Kleingedruckte

Ein paar Konzessionen, basierend auf unseren Erfahrungen und denen unserer Kunden. Dies sind zwar für Manche auch nicht so optimale Lebensmittel, die aber dennoch dür die Meisten während der nächsten 30 Tage in Ordnung sind. Wenn du diese Lebensmittel in Maßen zu dir nimmst wird es sich nicht negativ auf die Resultate deines ThinkFood30-Programms auswirken.

  • Geklärte Butter, Butterschmalz, Ghee. Geklärte Butter ist das einzige Milchprodukt, das während der 30 Tage erlaubt ist. Konventionelle Butter ist nicht erlaubt, weil durch das Milcheiweiß Störungen bei manchen Menschen auftreten können.
  • Fruchtsaft als Süßstoff. Einige Lebensmittelprodukte enthalten Orangen- oder Apfelsaft als Süßstoff. Wir müssen irgendwo die Grenze ziehen, so dass es in Ordnung ist, eine geringe Menge an Fruchtsaft als Zutat während Deines 30 Tage Programms zu verwenden… das bedeutet nicht, dass ein Glas Saft eine gesunde Wahl ist.
  • Fleischprodukte. Ab und zu mal ist Bio-(Geflügel)-Wurst (natürlich nur Würste ohne Nitrate, Zucker, Gluten und Milch) in Ordnung. Ebenfalls erlaubt ist Dosenfisch wie Thunfisch oder Lachs (in Olivenöl oder eigener Lake). Lies die Etiketten sorgfältig.
  • Manche Hülsenfrüchte. Erlaubt sind grüne Bohnen, Zuckerschoten und Erbsen. Während sie technisch Hülsenfrüchte sind, bestehen sie doch mehr aus Hülse denn aus Bohne und grüne Pflanzenteile sind im Allgemeinen gut.
  • Bestimmte verarbeitete Lebensmittel. Erlaubt sind Oliven aus dem Glas, Kokosmilch aus der Dose, Saucen und Gewürzmischungen wie Tomatensoße oder Curry, aber nur, wenn die Etiketten beweisen, dass sie ohne Zusatzstoffe (z.B. Hefeextrakt) sind.
  • Essig. Alle Essige, mit Ausnahme von Malzessig (der enthält in der Regel Gluten), sind während der nächsten 30 Tage erlaubt. Dazu gehört weißer Essig, Apfelessig, Balsamicoessig, Rotweinessig, Reisessig und andere nicht vermalzte Essigsorten. Anmerkung: naturtrüber Apfelessig ohne Schwefelzusatz ist die beste Wahl

Bereit zum Start?

Nun, da du den grundlegenden Plan hast, musst du wissen, wie du ihn umsetzten kannst. Es ist wirklich einfach. Starte sofort. Heute. In dieser Minute. Zähle 30 Tage in deinem Kalender. Plane deine Mahlzeiten eine Woche im vorraus, mit den Lebensmitteln, die wir hier aufgezählt haben. Nimm einen Einkaufszettel mit zu deinem lokalen Bioladen, Bauernmarkt oder Lebensmittelhändler und decke dich ein. Und dann… einfach machen. Aber unterbreche nicht, nicht für einen einzigenTag.
Deine einzige Aufgabe für die nächsten 30 Tage ist es, dich auf eine gute Auswahl von Lebensmitteln zu konzentrieren. Du musst nichts messen oder wiegen, du musst keine Kalorien zählen und mach dir auch noch nicht zu viele Gedanken um Bio, mit Gras gefüttert oder um Weide- oder Freilandhaltung. Finde für dich heraus, wie du das 30-Tage-Programm in jeder Umgebung beibehalten kannst, bei jedem besonderen Umstand, unter jeder Menge Stress… für die nächsten 30 Tage. Deine einzige Aufgabe: Eat. Good. Food.

ISS GUTES ESSEN.

Der einzige Weg, wie dies funktionieren wird, ist wenn man sich in den 30 Tagen, keine Schummelei erlaubt oder “besondere Anlässe”. Das funktioniert nicht. Es reicht eine kleine Menge eines dieser entzündlichen Lebensmittel, um die Heilung zu durchbrechen – ein Bissen Pizza, ein Schuss Milch in den Kaffee, ein Löffel Teig innerhalb dieser 30 Tage und die Reset-Taste ist kaputt. Du musst das Programm konsequent durchziehen, genau so, wie beschrieben. Tust du weniger, hast du keinen Anspruch auf Erfolg und die tollen Ergebnisse. Tust du weniger, dann wäre alles umsonst gewesen.
Es sind nur 30 Tage.

Was du erwarten kannst:

Die ersten ein bis zwei Wochen, während dein Körper heilt und sich auf diese neue Art des Essens umstellt, werden hart. Dein Gehirn muss jetzt ohne all den süßen Geschmack und die von Zucker ausgelösten Energiespitzen auskommen. Während Du Dich vielleicht schon besser fühlst nach einer Woche oder zwei… dauert der Heilungsprozess wesentlich länger. Darüber hinaus wird es viel länger dauern, die psychische Abhängigkeit und die emotionalen Verbindungen zu zuckerhaltigen Lebensmitteln, großen Kohlenhydratmengen und Industriebrei zu überwinden.
Bleib dabei und hab Geduld mit dir selber. Du kannst nicht erwarten, dass sich jahrzehntelange schlechte Essgewohnheiten in nur 30 Tagen völlig umkehren lassen. Die gute Nachricht ist, dass die Verbesserungen schon im ersten Monat beginnen und du Veränderungen an Stellen im Körper entdeckts, wo du es nie für möglich gehalten hättest.
Es funktioniert und ist noch nicht einmal Hexerei. Du schläfst bessser ein und Nachts besser durch. Deine Energie nimmt zu und du wirst dich am Morgen schon so fit fühlen wie sonst zur besten Tageszeit. Dein Körperbau fängt an sich zu verändern, deine Kleidung sitzt anders, und du fühlst dich weniger aufgebläht am Ende des Tages. Deine Leistungsfähigkeit, sei es im Fitnessstudio, beim Sport oder beim Wandern, verbessert sich. Die Regeneration nach dem Training, nach einem Spiel oder einem harten Arbeitstag fällt dir leichter und geht zügiger. Wehwehchen, körperliche Leiden, und Schmerzen werden anfangen sich auf wundersame Weise zu verbessern oder ganz zu verschwinden. Zu all dem wirst du leckere, frische, natürliche Nahrungsmittel zu dir nehmen. Essen, das gut schmeckt, satt macht und alle Sinne befriedigt.
Es ist wirklich leicht. Kein Grund zu jammern, dass dich jemand hungern läßt. Heroin aufgeben ist hart  Krebs bekämpfen ist schwer. Wahrscheinlich wirst du feststellen niemals zuvor soviel und so unbeschwert gegessen zu haben. Den Kaffee ohne Milch trinken ist nicht schwer (und meiden sollst du den während ThinkFood30 sowieso). Du hast keine Entschuldigung, das Programm nicht konsequent durchzuziehen. Es sind läppische 30 Tage, und es geht um die wichtigste Gesundheitssache auf der Welt – deinen einzigen Körper.
Denk nicht einmal an einen “Ausrutscher”. Es gibt keine “Ausrutscher”. Du suchst dir selber aus, wenn du etwas ungesundes isst. Du hast immer die Wahl, also tu nicht so als ob es ein Unfall war.
Zieh das Programm zu 100% durch, die ganzen 30 Tage!
Niemand wird dich zwingen etwas zu Essen, das du nicht magst. Ihr seid alle große Jungs und Mädchen. Bleib hart. Lerne nein zu sagen. Nur weil deine Schwester Geburtstag hat oder dein bester Freund heiratet oder deine Firma einen Kaffeekranz veranstaltet, bedeutet es nicht, dass du alles essen musst was es gibt. Du hast immer die Wahl.
Es ist etwas gewöhnungsbedürftig zum ersten Mal auf Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte zu verzichten. Du musst die Kalorien anderweitig ersetzen. Mach sicher, ausreichend zu essen, so dass deine Nährstoffversorgung sicher gestellt ist, dass du immer genügend Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate bekommst und keinen Hunger leiden musst. Du musst wissen, was du zum Mittagessen isst bevor du morgens aus dem Haus gehst. Wie man in einem Restaurant bestellt und wie oft du einkaufen gehen musst. Wir geben dir alle Werkzeuge, Richtlinien und Ressourcen an die Hand, die Verantwortung musst du selber übernehmen. Verbesserte Gesundheit und Fitness fällt nicht von alleine vom Himmel, nur weil man jetzt den Brotkorb an sich vorbeigehen lässt.

Zum Schluss…

Wir möchten, dass du’s einfach ausprobierst. Uns liegt auch am Herzen, dass du es ernst nimmst, damit du genauso unglaubliche Veränderungen erlebst, die du nie zu hoffen wagtest. Von deutlich besser Schlafen bis hin zu weniger Ohrenschmalz ist alles drin. Auch wenn du nicht glaubst, dass artgerechte Ernährung tatsächlich dein Leben verändern wird… wenn du bereit bist es 30 kurze Tage auszuprobieren, mach es einfach. Es hat unser Leben verändert und wir wünschen dir, dass du eine ähnliche Erfahrung machst.
Wir Lernen nie aus und möchten immer bessere Empfehlungen geben können. Dazu wünschen wir uns dein Feedback! Schreib uns eine mail, kommentiere auf unserem Blog www.thinkfood.co.za oder schick uns einen Brief. Wir brennen darauf Deine Geschichte zu hören.

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! Wichtiger Hinweis für Beiträge im Bereich Gesundheit

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Das Schwein bestimmt das Bewusstsein

Vegetarische Ernährung sei viel gesünder als unser imenser Fleischkonsum. Diese oder ähnliche Vorbehalte gegen Fleisch höre ich fast jede Woche in meinem Umfeld. Ich sehe aber auch Teenager, die auf Fleisch verzichten aus etischen Gründen, leider aber keinerlei Energie haben, häufig müde sind und unter “Wachstumsschmerzen” leiden. Auf die etischen Gründe will ich hier kurz eingehen und dafür plädieren, dass wir die kleinen Bauernhöfe und Metzger wieder mehr unterstützen nicht nur den Tieren zu Liebe, sondern auch unerer Gesundheit.

Gewicht verdoppeln – Preis halbieren

Letztes Jahr dürfte ich eine Großmetzgerei von innen sehen. Mir wurden sämtliche Türen geöffnet und ich durfte frei Fotografieren. Die Produktionsbedingungen dort waren so tadellos, dass ich bedenkenlos an jeder Stelle in der Fleischfabrik vom Boden gegessen hätte. Auch die Leberwurst enthielt echte Leber, ausgelassene Zwiebeln, Schweinebauch und ausgesuchte Kräuter – wirklich lecker! Nebenan läuft aber auch die Produktionslinie, die den Konsumenten bedient, der billig einkaufen will, die Fleischschnäppchen-Jäger. Qualitativ hochwertiges Fleisch läuft auf dem Fließband zur “Frischfleischveredlung” ein, wird dort mit “Lake” injeziert, und verläßt den “Injektor” mit doppelter Größe und doppeltem Gewicht. Warum man Probleme hat dieses Sonderangebot vom Discounter irgendwie in der Pfanne zu bräunen beantwortet sich quasi selber.

Fleisch vor der “Injektion”

.. nach der Injektion von Lake und Gewürzen

Das Schwein bestimmt das Bewusstsein

Das Grillfest-Spezial kommt also nicht in Frage. Kennt man die Medienberichte zur Situation der Tiere in unseren Ställen, deren Überzüchtung und den Einsatz von Arzneimittlen, kommt selbst bei mir schnell der Wunsch nach einer vegetarischen Ernährung auf. Warum unterstützen wir nicht mehr Aktionen wie die des Berliners Dennis Buchmann. meinekleinefarm.org gibt unserem Bacon ein Gesicht. Ich esse in der Tat weniger Fleisch, dafür weiß ich aber wo es her kommt und dass den Tieren nichts schlechtes gefüttert worden ist. Wir sollten wirklich umdenken als Verbraucher damit Sachen wie neulich im Real hier vor Ort in Zukunft nicht mehr passieren. Auf meine Frage nach Bio-Fleisch bekamm ich nur kurz die Antwort: “Das wird hier nicht verlangt. Lohnt sich nicht.”.

Welcher Landwirt ist verrückt genug, sich mit solch einem Experiment das Geschäft zu versauen? “Ich bin in der Gegend verschrien als Spinner”, sagt Schulz, ein Biobauer unter Massentierhaltern.

Eine gänzlich vegane oder vegetarische Ernährung mag etisch eine relativ saubere Sache sein. Dennoch fehlen uns Menschen einige essentielle Nährstoffe die u.U. nur über tierische Quellen aufzunehmen sind. Viele Studien warnen vor dadurch verursachten Gesundheitsrisiken wie Gedächtnisstörungen (Alzheimer, Demenz, Parkinson), neurologischen Erkrankungen (MS, Neuropathien), Psychische Erkrankungen (Depression, Schizophrenie, Psychosen), Herz-Kreislauferkrankungen, Lernschwierigkeiten bei Kindern, Autoimmunerkrankungen, Krebs, Unfruchtbarkeit.
Zu beachten ist eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen A, D, K, B12 (Cobalamin) und B6, essentiellen Fettsäuren und Zink.
Mehr Infos zu den Nährstoffen und den Gefahren eines Verzichtes auf tierische Lebensmittel kannst du lesen in unserem Artikel:

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Bist du gerade zum Vegetarier konvertiert, oder hast du gerade wieder davon abgelassen und machst deine ersten Erfahrungen mit einer artgerechten Paläo Ernährung? Wo kaufst du dein Fleisch ein und was ist dein Rezept für den besten Braten? Lass uns wissen wie es dir ergeht.

Ernährungs-Paradigmenwechsel

Update

Es gibt einen zweiten Vortrag am Vormittag, ebenfalls am
Donnerstag 28. Juni 11-12:00 
bei der AWO im Siegfried Dißmann Haus, Solinger Straße 103

(in den Zeitungen und bei der AWO gab es ein wenig Verwirrung bezüglich der Zeiten)

 

 

 

 

Spaß an Sport und Bewegung statt Quälerei und Schwitzen auf dem Laufband!

Gesunder Menschenverstand im Dschungel der fettarmen Pyramiden und Vollwertigen Ernährungskreise. Was macht wirklich Sinn und für wen? Was hat es auf sich mit Low Carb, Glykämischer Last und BMI?

Donnerstag 28. Juni 19-20:00

mit anschließender Fragerunde im Versammlungsraum des SGL Bewegungszentrums Langfort
Christoph Lenz spricht als Ernährungscoach und Apotheker, spezialisiert auf Autoimmunerkrankungen und Diabetes.